Heinz Schubel vor Lurchi – Ankündigung

Wenn die Rede auf alte Lurchihefte kommt, ist oft von dem „guten Zeichner“ in den 50er und 60er Jahren die Rede, ohne dass man weiß, wer dieser Zeichner eigentlich war – Sammler und Lurchi-Forscher natürlich ausgeschlossen. Dieser Zeichner war Heinz Schubel (1906 – 1997).

Die Qualität seiner Zeichnungen ist verblüffend, so dass man vermuten darf, dass Lurchis Abenteuer nicht seine ersten Arbeiten waren. Und in der Tat: Als Schubel sein erstes Lurchiheft zeichnete, war er kein unbeschriebenes – oder sollte man besser sagen: unbezeichnetes – Blatt mehr. Wer etwas nachforscht, stößt auf ein breitgefächertes Werk: Illustrationen zu Büchern, die heute nur noch antiquarisch zu erhalten sind.

Ein unheimliches Haus

Eine frühe Buchillustration von Schubel
Aus „Lust und Freude für kleine Leute“: Drei Handwerksburschen übernachten in einem Haus, dessen Möbel in der Nacht lebendig werden. Am nächsten Tag rätseln die Drei, ob dies tatsächlich passiert ist oder ob es die Wirkung des Weins war, den sie am Vorabend getrunken hatten.

In einen Brief beschreibt Schubel seine Technik: „Federzeichnungen, koloriert mit xx-beliebigen Wasserfarben“. Im Gegensatz zu modernerer Technik, in der die Schwarzweiß-Zeichnung und die Kolorierung separat angelegt wird, aquarellierte Schubel also in „altgewohnter Manier“ direkt auf den Federzeichnungen. Hierdurch hatte er nicht die Möglichkeit, die Schwarzweiß-Zeichnungen mit Deckweiß zu korrigieren. Nach der Bleistiftvorzeichnung wurden also an den Lurchibildern keine Korrekturen mehr vorgenommen.

Brief von Schubel

Ich präsentiere in weiteren sechs Artikeln einige Werke von Heinz Schubel, die er vor Lurchi gezeichnet hat. Ausführlich – über vier Artikel – bespreche ich seine Illustrationen zu dem Buch Bock und Beck, der Klassenschreck. Bock und Beck ist eine Lausbubengeschichte, die sich eng an Max und Moritz von Wilhelm Busch anlehnt.

Schubel: Bock und Beck

Auch wenn Schubel, als er über den Illustrationen zu Bock und Beck saß, noch nicht wissen konnte, dass er eines Tages die Werbefigur der Firma Salamander zeichnen wird, kann man gewissermaßen Bock und Beck, der Klassenschreck als Generalprobe für Lurchi ansehen: Im Gegensatz zu Buchillustrationen, in denen ein Kapitel meist nur mit ein oder zwei Zeichnungen bebildert ist, handelt es sich bei Bock und Beck um eine richtige Bildergeschichte, in der wie in einem Storyboard oder einem Comic viele zeitlich kurz hintereinanderfolgende Momente zeichnerisch festgehalten werden.

Heinz Schubel war also bestens für Lurchi und seine Freunde gerüstet, als ihm 1953 die Heftserie Lurchis Abenteuer übertragen wurde.

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Zu den Artikeln:

Heinz Schubel 1: Unser Mädel
Heinz Schubel 2: Lust und Freude für kleine Leute
Heinz Schubel: Bock und Beck, der Klassenschreck

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Über die frühen Lurchihefte von Heinz Schubel: Lurchis abenteuerliche Evolution