Liste der Lurchi-Minibücher aus den Jahren 2000/01

Ende 2000 dürften die Traditionalisten unter den Lurchi-Fans Bauklötze gestaunt haben, als sie sich das neueste Lurchiheft besorgten: Das Heftformat war auf handliche 10 mal 10 cm geschrumpft, das grüne Cover war verschwunden und mit ihm auch Lurchis grüner Hut. Lurchi und seine Freunde waren neu eingekleidet worden – und auch sonst in ihrem Aussehen verändert.

„Lurchi nimmt seinen Hut“, war das Motto, mit dem die damalige Werbeagentur von Salamander die Modernisierung vorantrieb. Um zu demonstrieren, dass für Lurchi ein neues Zeitalter begonnen hatte, wurde sogar die alte fortlaufende Nummerierung aufgegeben. Aus diesem Grund werden die Lurchihefte der Jahre 2000/01 in den meisten Listen nicht berücksichtigt. Für die Sammler liste ich diese Minibücher hier auf.

Die ersten vier Lurchihefte mit den neuen Figuren zeichnete ich Mitte 2000. Geplant war, dass ab sofort immer mehrere Lurchihefte gleichzeitig erscheinen sollten. Alle vier Hefte erschienen ohne Nummerierung im August/September 2000. Die Geschichten und Texte sämtlicher Lurchi-Minibücher stammen von den Autoren Bernhard Lassahn (bekannt durch Texte zu Käpt’n Blaubär) und Peter Menningen.

Über den Zeichenstil der Lurchi-Minibücher

Lurchi und ein Geburtstag wie kein anderer


Gleich das erste Minibuch fällt besonders aus der Reihe. Lurchi und ein Geburtstag wie kein anderer ist eigentlich keine „richtige“ Lurchigeschichte. Vielmehr sollten mit diesem Lurchiheft die neuen Figuren (und somit das neue Konzept) vorgestellt werden. Lurchi will seine Freunde zum Geburtstag einladen. Auf jeder neuen Seite bzw. Doppelseite trifft er einen seiner Freunde. So konnten wir nacheinander die neuen Charaktere ins Spiel bringen. Dieses Minibuch hat weniger Seiten als die anderen: 20 Seiten, Vorder- und Rückseite mitgezählt.

Von diesem Heft wurde außerdem auf dünnerem Papier eine auf 16 Seiten gekürzte Version hergestellt. Hierzu änderte man teilweise das Seitenlayout. Links unten das Heft auf Karton mit 20 Seiten Umfang, rechts die auf dünnem Papier gedruckte, auf 16 Seiten verkürzte Fassung. Der Dünndruck wurde als Beilage für Zeitschriften benutzt.

Außerdem existiert auch noch eine Werbebroschüre im  Format 15 x 15 cm (vermutlich in sehr kleiner Auflage), in der Bilder aus dem Geburtstagsheft und den drei weiteren, gleichzeitig entstandenen Lurchiheften (siehe weiter unten) benutzt wurden, um die neuen Figuren vozustellen. Diese Version mit dem Titel Lurchis schöne neue Welt wurde einer Schachtel mit Gummifiguren im neuen Design beigelegt.

Lurchi auf Schatzsuche


Ein Minibuch mit 24 Seiten, ein Umfang, den alle weiteren Minibücher haben. Lurchi und Hopps finden beim Aufräumen ein Pergament, das sie für eine Schatzkarte halten. Nach einer beschwerlichen und vergeblichen Schatzsuche erfahren sie von Unkerich, dass die vermeintliche Karte ein Schnittmuster seiner Oma ist, die Schneiderin war.

Lurchi und das unaufhörliche Hicks


Ein Lurchiheft, das ich sehr ungern gezeichnet habe, da ich die Story für überzogen albern halte: Hopps hat einen so starken Schluckauf, dass die ganze Umgebung bebt und viele Sachen zu Bruch gehen. Er verheddert sich nachts in sein Bettlaken, hüpft damit umher, sieht sein Spiegelbild, glaubt ein Gespenst zusehen und kriegt einen Schreck, der ihn von seinem Schluckauf heilt.

Lurchi und der Stern, der vom Himmel fiel


An dieser Geschichte ist zu sehen, dass die Minibücher für ganz kleine Kinder konzipiert waren. Lurchi-Schuhe waren im Jahr 2000 vor allem Lauflernschuhe. Für diese Altersgruppe mag die spannungsarme Geschichte passend sein. Lurchi und Hopps sehen eine Sternschnuppe und suchen den Stern, der nach ihrer Ansicht auf den Erdboden gefallen sein muss. Bis Igelmann ihnen erklärt, was eine Sternschnuppe ist.

Die nächsten drei Hefte erschienen im Frühjahr 2001 in einem nochmals verändertem Format, da sich mittlerweile herausgestellt hatte, dass das quadratische Format 10 mal 10 cm als Pixiformat geschützt ist. 12 mal 9 cm messen die drei letzten erschienenen Lurchi-Minibücher, die nun auch wieder nummeriert sind. Allerdings knüpft die Zählung nicht an den alten Folgen an, sondern an dem ersten Minibuch. Vier Minibücher waren bereits erschienen. Also trägt das erste Heft 2001 die Nr. 5.

Heft Nr. 5 – Die Wunschkugel


Lurchi und seine Freunde finden eine Kugel, die Wünsche erfüllt. Bald geraten sie miteinander in Streit und wünschen sich gegenseitig alles mögliche Schlechte an den Hals. Igelmann, der nicht mit von der Partie war, kommt vorbei und beendet das Unheil, indem er sich wünscht, dass alles so wie vorher wird. Es stellt sich auch noch heraus, dass die Kugel eine Erfindung von ihm ist. Er zerstört die Kugel, da er nun gesehen hat, wohin Wunscherfüllungen führen können.

Heft Nr. 6 – Die Wetterwolke


Hier hatten die neuen Texter die Idee, den Wetterhahn, wie man ihn auf Kirchtürmen findet, wortwörtlich zu nehmen. In diesem Lurchiheft geht es um einen lebendigen „Wetterhahn“, der auf einer Wolke in einem Wolkenschloss lebt und mittels einer technischen Anlage auf der ganzen Welt das Wetter macht. Die Freunde lernen ihn kennen und bringen sein System – und damit das Wetter – in Unordnung. Im letzten Moment kann Lurchi die „Wetternotbremse“ ziehen. Die Phantastik dieser Geschichte ist vermutlich nicht nach jedermanns Geschmack. Für mich gehört sie zu den schöneren und originellsten aus dieser Reihe.

Heft Nr. 7 – Als der Regen kam


Nochmals das Thema Wetter. Die Texter machten sich wohl Gedanken über den Klimawandel. Für mich Gelegenheit, mich farblich an heftigen Regengüssen zu probieren. Eine Welt, grau in grau, mit wenigen Farbtupfen belebt.

In einer Dürreperiode probieren Lurchi und Hopps einen indianischen Regentanz aus – erfolgreich. Leider können sie den Regen nicht mehr abstellen. Eine wahre Sintflut bricht über Lurchi und seine Freunde herein …

Nach diesen sieben Minibüchern beendete Salamander das Experiment mit dem Format und kehrte zum grünen Heft zurück. Ich habe gehört, dass manche Sammler meinen, die Phase der Minibücher währte einige Jahre. Dieser Eindruck mag nach außen hin entstanden sein, da die Minibücher in einigen Filialen wohl noch länger verteilt wurden, obwohl Salamander schon ab Mitte 2001 keine neuen Minibücher mehr herausgab.

Vier weitere Geschichten habe ich bis Ende 2001 nach Texten, die bereits seit Anfang des Jahres vorlagen, noch gezeichnet – auf Kundenwunsch in einem leicht veränderten Stil, woran zu sehen ist, dass Salamander von dem neuen Konzept Abstand genommen hatte. Aus diesem Grund sind die Lurchihefte dann nicht mehr in den Druck gegangen.

Die Heftserie kehrte jedenfalls zu ihren Wurzeln zurück: Im Mai 2002 erstellte ich Entwürfe für ein neues grünes Cover und zum Herbst erschien dann das Lurchiheft „Durch die Anden“ im altbekannten Format.