Lurchi-Sammelband 7 und 8

Die Lurchi-Sammelbände gibt es auch als kostengünstige Doppelbände, zu erkennen am gelben Cover (im Gegensatz zu den grünen Covern der einzelnen Bände).

Der Doppelband 7 und 8 enthält meine Geschichten von 1995 bis 2011 (die Folgen 115 bis 145 der Heftreihe Lurchis Abenteuer). Die Doppelbände sind nicht im normalen Buchhandel erhältlich, sondern können in speziellen Online-Shops bestellt werden: bei Frölich & Kaufmann, sowie bei Rhenania oder bei Jokers (Weltbild-Verlag).

 

Der Doppelband 7 und 8 deckt auf seinen 276 Seiten die Ära Doblies bis 2011 ab. In der ersten Hälfte sind meine Geschichten aus der Zeit vor dem Jahr 2000 zu finden. Damals habe ich mich stark an den Lurchiheften des Zeichners Heinz Schubel orientiert. Lurchi und seine Freunde weisen in meinen Heften das altvertraute Erscheinungsbild der 50er und 60er Jahre auf (hier ein Beispiel aus Folge 127, 1999). Die Reime zu den Geschichten stammen von Günther Bentele.

 

Lurchi und seine Freunde agieren im Wesentlichen in einem Wald- und Wiesenmilieu. Auch diese märchenhafte Umgebung (Schlussbild aus Folge 119, 1996) ist eine Anlehnung an die altbekannten Lurchiabenteuer, die Heinz Schubel zwischen 1952 und 1972 geschaffen hat.

 

Mein Jubiläumsheft (Folge 120, 1996) bringt als weiteren Bezug zu Schubel Bildzitate aus seinen Geschichten: Den Papierdrachen, mit dem die Freunde von Japan nach Australien geflogen sind (Folge 38 und Folge 39, beide 1967), und die zu einem Flugvehikel umfunktionierte Hütte, mit der sie in Folge 17 (1957) von einer Insel im Stillen Ozean nach Spanien flogen.

 

Die zweite Hälfte des Doppelbandes bringt für den mit der Lurchihistorie nicht vertrauten Leser manche Überraschung: z. B., dass die Geschichten nicht mehr gereimt sind. Die größte Überraschung dürften aber die veränderten Figuren sein. Eine Marktforschung hatte damals dazu geführt, dass die Figuren von mir überarbeitet wurden.

Ein Vergleich (links: Abb. aus Bd 7, rechts: Abb. aus Bd 8, beide Szenen sind im Doppelband 7/8 enthalten) zeigt, dass z. B. Unkerich nur eingekleidet wurde. Igelmann und Piping sind dagegen kaum wiederzuerkennen. Piping, der bis dahin die normalen Proportionen eines Jungen hatte, ist nun zu einer Comicfigur mit übergroßem Kopf geworden. Vormals ein Gartenzwerg, ist er jetzt ein lustiger Kobold.

 

Für Sammler, die sich in einer Heftserie Kontinuität und Bewahrung der Tradition wünschen, waren die Veränderungen sicher ein Schock. Wer aber unbefangen genauer hinschaut, kann einen Zugewinn an zeichnerischer Qualität in den Feinheiten erkennen: Auf der Titelzeichnung von Folge 135, 2005, hat Lurchis Kopf bessere Proportionen (die Augen und auch der Hut sind größer) als auf der Titelzeichnung von Folge 116, 1995.

 

Auch von den Themen her präsentiert sich der Bd 8, also die 2. Hälfte des Doppelbandes, moderner als die Geschichten vor 2000. Lurchi ist mit vielen Pferdestärken unterwegs: In der ersten Geschichte des 8. Bandes tourt er mit dem Lurchimobil (einem Autobus, der in der Realität für Salamander in Sachen Werbung auf Deutschlands Straßen unterwegs ist) durch die Anden (2002).

 

In der 2. Geschichte von Bd 8 fährt Lurchi einen Formel-1-Rennwagen und in der 4. gar ein Amphibienfahrzeug. Die Lurchigeschichten nach dem Millennium setzten also auf Technik.

Die nächste Geschichte im Band gibt sich dann wieder etwas romantischer, schauerromantisch, um genau zu sein. Lurchi kriegt es mit dem Phantom von Burg Rabenstein zu tun (Folge 133, 2004). Er trägt in allen diesen Geschichten keinen Hut, denn der Tirolerhut, sein klassisches Attribut, wurde in der besagten Marktforschung als altbacken bewertet.

 

Das ändert sich in der Folge 134 (2005), und insofern spiegelt der Doppelband 7/8 Lurchis bewegte Historie wieder: Der Marktforschung zum Trotz war die Devise ab 2005 „Back to the roots“. Lurchi klettert in der Folge durch ein Zeitfenster in die Vergangenheit und bringt aus dieser seinen Hut mit zurück in die Gegenwart.

 

Der Band 8 klärt übrigens eine Frage, die sich ein Lurchi-Fan wohl stellen kann: Wo wohnt Lurchi eigentlich? Denn meistens ist er mit seinen Freunden auf Achse. In einigen sehr frühen Folgen der Heftserie gibt es allerdings eine mal strohgedeckte, mal als Pilzhäuschen gestaltete Villa Salamander, in der Lurchi mit seinen Eltern wohnt. Diese Villa kommt aber in der Heftserie so selten vor, dass sie sich nicht als Lurchis Wohnung etabliert hat. Erst in Folge 143 (2009) wird Lurchi richtig sesshaft: Das Titelbild zeigt das Haus, in dem er mit seinen Freunden wohnt – und zwar ohne elterliche Aufsicht. Denn eine solche erscheint mir für den Abenteurer Lurchi mit seinem ungebremsten Bewegungsdrang nicht recht passend.

 

Lurchi ist durch sein neues Heim nicht zum Stubenhocker geworden. In Folge 145 (2011) erlebt er ein Abenteuer auf der Hatschi-Insel, einer Insel, die es nur in Lurchis Welt gibt.

 

Dies ist die vorletzte Geschichte im Doppelband 7/8. Den Band beschließt – die Sammler wird es freuen – ein Sonderheft, das außerhalb der Nummerierung im Jahr 2005 erschien und heute als Einzelheft schwer zu bekommen ist: Das Halloween-Sonderheft Firma Spuk und Co.