Das Lurchiheft 131 – gereimte, gereinigte Weihnachtsmänner

Warum die Reime für ein Lurchiheft wiederkehrten

2000 verschwanden die Reime aus der Heftserie Lurchis Abenteuer. Warum, lesen Sie im vorigen Artikel: Lurchis Abenteuer – Reime oder Prosatext?

Weihnachten 2003 kehrten die Reime für ein Heft zurück. Texter: Weiblicher Lurchifan, nicht mehr feststellbar. So steht es auf der Lurchi-Internetseite von Salamander. Und dies liegt an meinem schwachen Gedächtnis. Ich erinnere nur noch den ungewöhnlichen Vornamen der Dame: Rufina. Vielleicht habe ich den Nachnamen auch verdrängt, denn das Ganze wurde eine recht verdrießliche Sache.

Dabei fing es recht nett an. Rufina Sowieso hatte Salamander einen Brief geschrieben, dass sie und ihre Kinder die Reime in den neuen Heften vermissen. Der Brief war in gereimter Form verfasst und so witzig formuliert, dass Salamander die Dame einlud, das gerade entstehende Lurchiheft 131 zu betexten.

Soweit, so gut. Dann begann Rufina jedoch, meine Zeichnungen aus hausfraulicher Sicht zu kritisieren. Meine Titelillustration – vier aus einem Schornstein ragende Beine – wurde als zu wenig weihnachtlich bemängelt. Dies konnte ich noch irgendwie nachvollziehen und ersetzte das ursprüngliche Titelbild durch die langweiligere, aber weihnachtlichere Variante, die man heute auf dem Lurchiheft bewundern kann.

Lurchis Abenteuer 131 – Die Titelseite
Links die finale Titelseite, rechts das ursprünglich geplante Titelbild

Rufina fand es jedoch auch nicht akzeptabel, dass sich Hopps und Igelmann im Wohnzimmer den Ruß aus den Mänteln klopfen. Ich musste die vorletzte Zeichnung der Geschichte, in der die beiden dies taten, durch zwei neue Bilder ersetzen. Nun gehen sie also hübsch ordentlich raus aus dem Haus, um sich sauber zu machen.

Korrekturen um der Reinlichkeit willen: Oben die erste Fassung der Geschichte. Mäusepiep zeigt auf das geöffnete Fenster, durch das der Weihnachtsmann unbemerkt die Geschenke gebracht hat, während sich Hopps und Igelmann durch den Schonstein quälten. Weil Igelmann sich dabei den Ruß aus dem Mantel klopft, musste die Szene durch die unteren Bilder ersetzt werden, auf denen sich Hopps und Igelmann im Garten säubern.

Gegen den Titelvorschlag meiner charmanten Texterin, nach deren Willen das Lurchiheft „Lurchi und die gereinigten Weihnachtsmänner“ heißen sollte, konnte ich glücklicherweise Veto einlegen. Beinahe hätte sie mich zwecks besserer Abstimmung des Textes auch noch besucht, da sie nahe bei Hamburg wohnte. Panik! Schweißausbrüche! Wie hätte meine Künstlerunordnung vor dem geballten Willen zur Reinlichkeit bestehen können? Würde sich Lurchi in Zukunft vor jedem Abenteuer die Hände waschen müssen? Gut, dass es nicht mehr zu dem Treffen kam. So blieb uns beiden wohl ein Trauma erspart.

Ich war jedenfalls froh, als diese Episode vorüber war und ich zur Tagesordnung übergehen konnte.