Lurchis gesammelte Abenteuer 8

Der Sammelband 8 ist im Esslinger-Verlag erschienen! Nicht nur durch die schwarze Ecke hebt sich dieses Buch von den anderen Bänden ab, auch sonst fällt Lurchi 8 aus dem Rahmen: Während die Bände 1 bis 7 Neuherausgaben der alten, von Salamander selbst verlegten Sammelbände sind (siehe Lurchis gesammelte Abenteuer), hat Lurchi 8 keinen Vorläufer. Die Folgen 130 bis 145 erscheinen in diesem Band zum ersten Mal in Buchform.

In Lurchi 8 agieren nun auch zum ersten Mal die neuen Figuren. Nachdem ich sie kreiert hatte, erlebten sie 2000/01 einige Folgen lang ihre Abenteuer in kleinen Heftchen – außerhalb der Nummerierung –, die für ganz junge Kinder konzipiert waren. Mit der Wiederaufnahme des bekannten Formats mit dem grünen Cover kehrte die Heftserie ab dem Jahr 2002 dann zu den typischen Lurchithemen zurück:

Geradezu „schauerromantisch“ geht es z. B. in der Folge 133 (2004) zu. In einer Burgruine entdecken Lurchi und seine Freunde hinter einem Gemälde einen Geheimgang und lösen das Geheimnis um das „Phantom von Burg Rabenstein“.

Besonders schön finde ich die Konstruktion der Story von Folge 134 (2005). Durch ein von Igelmann konstruiertes „Zeitfenster“ gelangen die Freunde in die Vergangenheit. Das erneute Durchschreiten dieses Zeitfensters führt jedoch nicht wie erwartet in die Gegenwart zurück, sondern in eine noch tiefere Vergangenheit. Auf diese Weise „entsorgen“ die Freunde die Bösewichte der Geschichte, zwei Räuber: Sie stoßen die Banditen durch das Zeitfenster aus dem 18. Jahrhundert ins erste.

Als Fortsetzung dieses Gedankens ist auf der Schlussvignette zu sehen, wie die Räuber – wieder durch das Zeitfenster geschlüpft – in der Steinzeit gelandet sind.

Es gibt im Sammelband 8 aber auch ganz anders geartete Abenteuer: Sportgeschichten z. B., und vor allem die futuristische Folge 139 (2007): „Die Reise im Internet“. In dieser Folge sind Lurchi und seine Freunde im Inneren eines Computers unterwegs. Nach Erscheinen des Heftes war ich von meiner Kolorierung etwas enttäuscht. Deshalb freue ich mich besonders, dass der Esslinger-Verlag meine Hinweise zu den Farben aufgegriffen und die Bilder nachbearbeitet hat.

Die Farbigkeit im Lurchiheft 139

Dieselbe Szene mit den überarbeiteten Farben im 8. Sammelband

Oben sehen Sie eine Szene aus dem Heft mit den unbearbeiteten Farben. Eine „Suchmaschine“ (der grüne Roboterhund) leitet die Freunde durch das Internet. Im Hintergrund führt ein „Virenprogramm“ – durch zwei Roboter dargestellt – zwei Halunken ab, die sich selbst als „Viren“ ins Netz eingespeist hatten. Das untere Bild zeigt die neue Farbigkeit, wie sie im Buch zu finden ist. (Etwas aufgehellt wurden für den Sammelband übrigens auch die Farben der Folge 130, „Der Große Preis von San Reptilo“. Dieses Heft wurde 2003 zu dunkel gedruckt.)

Die Folge 142 (2008), „Lurchi am Nordpol“, kommt ganz ohne Antagonisten aus. Anstatt dass ein Widersacher die Pläne unseres Helden durchkreuzen will, bestaunt Lurchi am Nordpol eine Apparatur, mit der die Erde von den Nordpolwärtern, zwei Eisbären, um die Erdachse gedreht wird. Höhepunkt der Geschichte ist die Erzählung des Nordpolwärters Norbert, wie er einst die Achse hinunter zum Südpol kletterte. Um diese Begebenheit aus Sicht der Südpolwärter (Pinguine) zu sehen, muss der Leser den Sammelband drehen … und wird sich dabei der Kugelförmigkeit der Erde hoffentlich deutlich bewusst.

Einer Fülle von Widersachern müssen sich die Freunde in der Folge 143 (2009), „Im Garten ist was los“, erwehren. Um dieser im alltäglichem Milieu spielenden Story Würze zu geben, probierte ich eine für mich neue Erzählweise, wie sie bei TV-Serien üblich ist: dem Parallelschnitt von verschiedenen Handlungssträngen. Unkerich legt sich mit einer Ameisenkolonie an, während die übrigen Freunde Ärger mit drei frechen Krähen haben. Erst die Zusammenführung dieser beiden Handlungsstränge am Schluss bringt die Lösung der Probleme.

Ganz in bester Lurchitradition gehalten ist die Folge 145 (2011), „Lurchi auf der Hatschi-Insel“. Die Entdeckung einer Seekarte in einem Geheimfach führt dazu, dass die Freunde in exotische Gefilde reisen. Auf einer unbekannten Insel treibt ein Ungeheuer sein Unwesen, dessen Spuren verdächtig nach Reifenspuren aussehen … (siehe ausführlicher unter Folge 145).

Begonnen und beschlossen wird der Sammelband 8 durch – dies wird besonders die Sammler freuen – zwei sehr seltene Lurchihefte: die „Folge 8“ („Durch die Anden“, 2002) und das „Halloween Sonderheft“ (2005). Beide Hefte tauchen in vielen Listen nicht auf, da die fortlaufende Nummerierung fehlt, bzw. ungewöhnlich ist. Nähere Informationen zu diesen beiden Heften siehe: Seltene Hefte

Lurchi 8 ist in Prosa gehalten: Eine weitere Besonderheit gegenüber den Bänden 1 – 7, in denen der Text gereimt ist. Wie es dazu kam, dass eine Folge des 8. Bandes (Folge 131, 2003) doch gereimt wurde, lesen Sie unter Gereimte gereinigte Weihnachtsmänner