Weihnachten bei Schubels

Zeichnungen, die der Lurchizeichner Heinz Schubel in seiner Jugend für den Familienkreis angefertigt hat.

Dieses Weihnachtsbild zeigt die Familie Schubel beim weihnachtlichen Mahl. Von rückwärts zu sehen die Mutter (am Stuhl beschriftet), rechts der Vater, links eine gewisse Käthe (am Rock beschriftet), in der Mitte vor dem Baum Heinz Schubel selbst als junger Mann (unter dem Tisch versteckt am Knie mit „Heinze“ beschriftet).

Die Zeichnung zeigt Schubels Begabung für das Komische, welche er später in den Lurchiheften von 1953 – 72 so fruchtbar zu machen verstand: In den Eckvignetten nehmen neben Engel mit schaufelartigen Händen (sollen wohl beim Fliegen helfen) auch kleine Teufelchen am weihnachtlichen Beisammensein teil.

Etwa aus der Zeit der obigen Weihnachtszeichnung dürfte das Selbstportrait stammen. Schubel portraitiert sich mit etwas scheu nach unten gerichtetem Blick. Ganz anders die Großmutter, die er mit 12 Jahren zeichnet: Diese Frau mit dem markigen Kinn und dem stechenden Blick hat sich sicherlich von niemandem die Butter vom Brot nehmen lassen. Das Bild ist – vermutlich von fremder Hand – auf den 28. 7. (19)18 datiert.

Höher aufgelöstes Bild – (1500 Pixel)

Mit 15 schafft Heinz Schubel diese Grußkarte für eine gewisse Gertrud (rückseitig betitelt mit „Gertruds Werdegang“ und datiert auf den 24. 12. 1921 – also vermutlich ein Weihnachtspräsent für die besagte Dame). Hier übt er sich auch schon im Reimen, ein Omen, wenn man an seine späteren Lurchitexte denkt. Gertruds Zukunft als verheiratete Frau schildert Schubel dabei nicht so rosig, die Zeiten waren schlecht: Auf Grund der Wohnungsknappheit muss Gertrud mit ihrer Familie in einer Tonne wohnen – wie Diogenes.

Neben dem ironischen Blick auf die Familienidylle in der Weimarer Republik fühlte sich Schubel aber auch zum Dramatischen berufen, wie diese Römerschlacht zeigt, die er mit 13 Jahren zu Papier bringt. Man wundert sich da fast, dass Schubel Lurchi nie ins antike Rom geschickt hat.